Fälle

Hannover Leasing

17.02.2011 - Angesichts der akuten steuerlichen Problematik lud die Hannover Leasing ihre Medienfondsanleger Ende Januar 2010 zu bundesweiten Informations-veranstaltungen ein. Deren Ziel war es, die aufgebrachten Anleger zu beruhigen und Lösungen zu bieten. Ob ihr das gelang, muss jeder Anleger für sich selbst entscheiden.

Informationsveranstaltungen der Hannover Leasing

Im vergangenen Monat fanden bundesweit insgesamt sechs Informationsver-anstaltungen zu den Steuerproblemen der Hannover Leasing-Medienfonds statt. Die Teilnehmer erfuhren, dass mit einer Änderung der Grundlagenbescheide für die MONTRANUS-Fonds innerhalb der nächsten sechs Monate zu rechnen sei. Die Geschäftsführung erklärte hierzu, dass man gegen diese Änderungen erfolgreich vorgehen werde und die von ihr engagierten Steueranwälte informierten die Zuhörer, um welche steuerrechtlichen Probleme es im Einzelnen geht. Deren Botschaft lautete: „Spätestens beim Bundesfinanzhof werden wir gewinnen“.

Schadensersatzansprüche und Rückabwicklungen

Wenn derart hohe Erfolgsaussichten prognostiziert werden ist meist Vorsicht angebracht. Ähnlich gute Erfolgsaussichten haben Steueranwälte auch dem VIP Medienfonds 4, der Mutter aller gefloppten Filmfonds, bescheinigt. Dort konnten seit der Änderung des Grundlagenbescheides Ende 2006 aber keine nachhaltigen Erfolge erzielt werden. Die VIP-Leute konnten sich übrigens ebenso wie Hannover Leasing auf teure Gutachten von namhaften Experten stützen. Die Finanzgerichte hat dies alles bislang wenig beeindruckt. Demgegenüber haben in der Zwischenzeit mehrere hundert enttäuschte Anleger mithilfe von sachkundigen Anwälten ihre Schadensersatzansprüche gegen die Banken, die diesen Fonds verkauft haben, erfolgreich durchgesetzt.

Verjährung im Auge behalten

So intensiv sich die Fondsverwaltung um die steuerrechtlichen Belange kümmern will, so wenig will sie den Anlegern in zivilrechtlicher Hinsicht helfen. Die konkrete Aufforderung, Verjährungsverzichte mit ihren Vertragspartnern bis zur abschließ- enden Klärung der steuerlichen Angelegenheit auszuhandeln, lehnte die Hannover Leasing entschieden ab. Im Klartext heißt das: Wer allein darauf setzt, dass die Prozesse vor den Finanzgerichten erfolgreich ausgehen, riskiert die Verjährung seiner zivilrechtlichen Ansprüche. Nach eigenen Angaben der Hannover Leasing-Experten können die finanzgerichtlichen Verfahren bis zu sieben Jahre dauern. Ein Abwarten bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung ist gefährlich. Der einzelne Anleger ist somit gefordert, hier selbst aktiv zu werden und sich Rechtssicherheit zu verschaffen.

Ansprechpartner: Rechtsanwalt Wolf von Buttlar